In vielen Bauverträgen ist leichtsinnigerweise nicht eindeutig geregelt, wann und in welcher Form Abnahmen durchgeführt werden. Deshalb Vorsicht! Als abgenommen gilt eine Leistung schneller, als Sie vielleicht ahnen.

Mit der Abnahme kehrt sich die Beweislast um. Das bedeutet für Sie: Vor der Abnahme muss der Handwerker einwandfreie Arbeit beweisen, wenn Sie etwas beanstanden. Mit der Abnahme geht die Beweislast an Sie über. Sie müssen Mangel, Ursache und eventuell Folgeschäden beweisen, das ist nur möglich mit Überblick und Erfahrung - und wie gerichtliche Auseinandersetzungen zeigen, manchmal gar nicht. Wer zu dieser Zeit die Beweislast trägt, unterliegt oft- und zahlt. Deshalb müssen Sie durchsetzen, dass auch strittige Mängel in das Abnahmeprotokoll aufgenommen werden. Eine Abnahme sollte immer förmlich, gut vorbereitet und ohne Zeitzwang durchgeführt werden. Zu einer Abnahme gehört mindestens die Begutachtung der Leistungen auf optische Mangelfreiheit und Gebrauchstauglichkeit, die Überprüfung der Ausführung auf Übereinstimmung mit Vertrag, Statik und Wärmeschutznachweis, die Überprüfung der Vollständigkeit der vom Auftragnehmer zu übergebenen Dokumentationen und Nachweise sowie die  Erstellung eines Abnahmeprotokolls und eventuell die Einschätzung und Abwägung von Minderungen. Den „Fahrplan“ sollten Sie gemeinsam mit dem Sachverständigen in einem Vorab -Termin festlegen.