Grundsätzliches: Schimmelpilze sind ein natürlicher Teil unserer Umwelt. Sporen von Schimmelpilzen sind deshalb auch in Innenräumen vorhanden und es kann zum Schimmelpilzwachstum kommen. Die Feststellung von Schimmelpilz im Innenraum ist dabei nicht gleichzusetzen mit einer akuten Gesundheitsgefährdung. Es sollte aber das „Vorsorgeprinzip“ Anwendung finden, nach dem Belastungen zu minimieren sind (Minimierungsgebot), bevor es zu Erkrankungen kommt.

Ursachenuntersuchung: Wurde Schimmelpilzwachstum festgestellt, ist es zur dauerhaften Schadensbeseitigung notwendig, die Ursachen zu ermitteln. Schimmelpilzwachstum im Innenraum wird hauptsächlich durch die Faktoren Feuchtigkeit, Nährstoffangebot und Temperatur bestimmt. Im Rahmen einer Ortsbegehung werden deshalb bauphysikalische Daten und allgemeine Angaben über die Wohnung erhoben und eine Befragung der Bewohner durchgeführt. Die anschließenden bauphysikalischen Untersuchungen erfolgen mit elektronischen Messgeräten und können zur Aufspürung von Wärmebrücken mit einer Infrarot-Thermografie gekoppelt werden. Gleichzeitig wird eine Langzeituntersuchung des Raumklimas (Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsverlauf) durchgeführt. Dazu wird im betreffenden Raum ein Datenlogger platziert, der über einen längeren Zeitraum Temperatur und Luftfeuchtigkeit elektronisch aufzeichnet. Nach graphischer Auswertung über den PC können eindeutige Rückschlüsse hinsichtlich Heizungs- und Lüftungsverhalten getroffen werden. Sind alle Untersuchungsergebnisse ausgewertet, werden wohnungsbezogene Empfehlungen zu baulichen Maßnahmen und/oder Empfehlungen und Tipps zum Wohnverhalten gegeben. Sollte es sich um eine Mietwohnung handeln, erfolgt eine Abgrenzung der Verantwortlichkeit zwischen Vermieter und Mieter.

Wie lüfte oder heize ich richtig ? Dies ist eine Frage, für die es keine allgemeingültige Antwort gibt und die nur nach einer ausführlichen Wohnungsbegehung und Untersuchung beantwortet werden kann. Helmut Künzel, ein in der Fachwelt anerkannter Bauphysiker, zog einen treffenden Vergleich in dem er sagte: 
 Man kann das Wohnen in gewissem Sinne mit dem Autofahren vergleichen, da in beiden Fällen keine allgemein gültigen Regeln angegeben werden können, sondern die vorhandenen Gegebenheiten zu berücksichtigen sind:

Beim Autofahren muss das Fahrverhalten auf die Straßenverhältnisse, die Straßenlage des Autos und die Motorstärke abgestimmt werden. Es wäre riskant, dies nicht zu tun.

Beim Heizen und Lüften von Wohnungen muss die Schadensanfälligkeit des Bauzustands berücksichtigt werden, um eine behagliche und schadensfreie Wohnung zu haben.

Die Bewohner müssen daher die Schadensempfindlichkeit ihrer Wohnung (wie das Fahrverhalten ihres Autos) kennen und das richtige »Wohnverhalten« herausfinden.“ [1]

Quellenangabe: [1] Künzel, Richtiges Heizen und Lüften in Wohnungen; 2., überarbeitete 
Auflage; Fraunhofer IRB Verlag, 2006